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Ich bin ein Drache

Vorwort

Ich bin ein Drache...

...beschreiben Dich diese vier Wörter oder jemanden den Du kennst? Falls ja, wirst Du wahrscheinlich neugierig sein, was dieser Satz denn nun genau bedeutet.
Viele wundern sich über die psychologische Basis der Drachenartigen. Vielleicht bist sogar Du über die seelischen Folgen, Dich selbst einen Drachen zu nennen, beunruhigt oder möchtest nur etwas mehr wissen.
Das englische Original ist copyright by Baxil. Den Text habe ich übersetzt und etwas an meine Gedanken dazu angepasst.

 

Generelle Fragen

Was sind Drachen?
Drachen sind mystische Wesen die man in Legenden und Geschichten fast jeder Zivilisation findet. Dabei gibt es eigentlich nur zwei Hauptarten:
Einmal die westlichen Drachen, die optisch oft mit Reptilien gleichgesetzt werden. Sie gelten als Wächter von großen Schätzen oder werden als Prüfung für den Heldenmut von Rittern/Kämpfern in vielen Zivilisationen anerkannt.
Die östlichen Drachen, die optisch als Verschmelzung vieler verschiedener Kreaturen gelten. Sie werden oftmals mit den Kräften der Natur gleichgesetzt.

Was bedeutet das, "Ich bin ein Drache"?
Es ist eine Identifikation. Ich bin ein Drache bedeutet, dass derjenige sich dazu entschlossen hat anzuerkennen, dass Drachen ein sehr wichtiger Aspekt in seinem Leben sind. Es ist eine Art sich selbst zu sehen, eine Art die Welt zu sehen.
Darüber hinaus ist es jedem seine eigene Sache, was er aus seiner Drachenartigkeit macht. Viele ziehen aus dieser Identität tagtäglich Kraft, aber einige ziehen sich auch zurück um mit der menschlichen Welt klarzukommen. Auch identifizieren sich manche so stark mit ihrer Drachenartigkeit, dass sie sich selbst Fremden gegenüber nur als Drache zu erkennen geben. Viele werden in der Öffentlichkeit auf den Klang zweier Namen hören, ihren menschlichen und ihren Drachennamen. Auch fühlen sich viele mit ihrer Drachenartigkeit nur dann richtig wohl, wenn sie unter sehr guten Freunden sind.

Was bedeuten Dir Drachen?
Drachen, egal von welchem kulturellen Hintergrund sie kommen, sind mächtige Symbole. Ob sie gut oder böse sind, ob sie Stärke oder Weisheit ausdrücken, wann immer sie die Menschheit leiten oder ihr entgegenwirken, hängt letztendlich von der Kultur und der eigenen Weltanschauung ab. Das kommt davon, weil Drachen mystische Wesen sind. Aber was ist ein Mythos? Ein Mythos ist eine Geschichte die wahrscheinlich wahr ist und einen tiefen Eindruck auf jene hinterlässt, die daran glauben.

Warum Drachen?
Weil das ganz einfach ist, was wir sind.

Das Psychologische der Drachenartigen

Bist Du verrückt?
Drachenartigkeit ist sicherlich ein sehr andersartiger Glaube für den Durchschnittsmenschen. Es ist aber wichtig nicht zu vergessen, dass Verrücktheit und Andersartigkeit nicht dasselbe sind. Etwas zu mögen oder allgemeine Vorlieben sind bei jedem einzelnen unterschiedlich. Eine Waffe in der Öffentlichkeit zu benutzen ist verrückt. Ich selbst kenne keine verrückten Drachen.
Normalerweise ist einer der größten inneren Kämpfe, durch die Drachen hindurch müssen, ein Mittelweg mit ihrer Drachenartigkeit zu finden - aus dem einfachen Grund, da sie eine so unterschiedliche Weltanschauung haben. Es allzu bereitwillig anzunehmen, bedeutet eine Konfrontation mit Zweifeln und inneren Widersachern - meistens dann auch noch ohne Unterstützung. Es ist viel einfacher für Jemanden, die Frage der eigenen Drachenartigkeit zu ignorieren, als ihr ehrlich und offen zu begegnen. Deshalb benötigt man um den Drachen in sich anzuerkennen, eine große Menge Selbstbewusstsein und inneren Frieden. Zwei Dinge, die Verrückte nun wirklich nicht besitzen.

Akzeptieren andere, normale Menschen deine Drachenartigkeit?
Natürlich können sie es, aber die wenigsten tun es leider. Drachen sind soweit von einem akzeptablen Musterbeispiel entfernt, dass Menschen nicht einmal ernsthaft an ihre Existenz glauben. Einige sind aber wenigstens tolerant genug, um die Möglichkeit wenigstens in Betracht zu ziehen, wenn sie ihnen objektiv genug präsentiert wird.
Meinungen schwanken von Person zu Person, hängen stark von Kultur, Erziehung, der Bereitschaft zuzuhören und dem gesunden Grad Pessimismus ab. Ein weit verbreiteter Standpunkt den ich gesehen habe ist, dass jemand für sich nicht an Drachen glaubt aber trotzdem akzeptiert, dass ich einer bin - so etwas arbeitet für uns. So lange sie meinen Standpunkt der Realität respektieren, bin ich bereit das gleiche mit der ihren zu tun.
Ob Drachenartigkeit von der Allgemeinheit akzeptiert wird oder nicht, macht sie natürlich weder mehr noch weniger real. Die einzige Meinung, die für die Realität zählt, ist deine eigene.

Ist der Glaube Drachenartig zu sein nicht Realitätsflucht?
Realitätsflucht ist eine teilweise Annahme im Glauben, eine Konfrontation mit der raueren Seite der Realität vermeiden zu können. Der sehr große Schritt um die eigene Drachenartigkeit anzuerkennen, beinhaltet einen psychischen Kampf; gerade die eigene Drachenartigkeit einem Freund oder Verwandten kundzutun, kehrt sich oft in Absonderung um; hier gibt es keine Fantasiewelt, in der sich ein Drache verstecken könnte. Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass sich Drachen mit der Schwierigkeit befassen müssen, seelischer Außenseiter in der menschlichen Gesellschaft zu sein. Wo ist da die Realitätsflucht?
Realitätsflucht kann auch auf einen Mangel der Selbstanschauung hinweisen, einen Widerwillen, sich sich selbst zu stellen. Und auch hier ist es so: Drachenartigkeit ist keine Realitätsflucht. Aber die drakonische Abstammung verneinen, die Wahrheit zugunsten Gesellschaftlichen und inneren Konflikten ignorieren oder aufgeben, ist Realitätsflucht. Jemand der den Kampf aufnimmt um den Drachen in sich zu verstehen, zu fühlen und zu akzeptieren, braucht bestimmt nicht noch die Herablassung von anderen, die nicht verstehen, dass dieser Kampf mit der Drachenartigkeit ein harter, langer und gefährlicher Kampf sein kann.

Glaubst Du wirklich daran ein Drache zu sein?
Ja, auf dieselbe Art und Weise, wie jemand daran glauben kann Litauisch, Katholisch oder Heterosexuell zu sein. Drachenartigkeit ist eine Identität. Wir haben uns entschlossen den Teil von uns zu akzeptieren, den wir als drachenartig identifizieren. Ob wir uns nun selbst dafür entscheiden Drachen zu sein oder es etwas vorherbestimmtes ist, weiß ich nicht.

Glaubst Du, dass Du ein echter, physischer Drache bist oder einer werden kannst?
Durch obige Frage wollen die meisten Menschen eigentlich folgendes wissen: Glaubst Du wirklich, dass Du ein Drache bist? Das führt zu dem Verdacht, dass alle von uns in ihrer angestrebten Drachenartigkeit davon ausgehen, eines Tages Schuppen und Flügel zu haben. Aber gerade das darf man nicht allgemein sehen.
Viele sind Drachen auf einer spirituellen Ebene und das kann mehr oder weniger zu ziemlich abstrakten Konstellationen führen. Es gibt in unserer Gemeinschaft jene, die glauben in diesem Leben Menschen zu sein, aber in der Vergangenheit Drachen waren und diese Drachenartigkeit heute eine überwiegende, natürlichere Form von ihnen ist.
Dann gibt es andere, die nur darauf warten in dieser Lebensspanne erneut ihre Drachengestalt annehmen zu können. Das ist schlicht gesagt ebenfalls wahr.

Wie kann ich sagen, ob ich ein Drache bin oder nicht?
Unglücklicherweise gibt es hierzu keine einfache Antwort. Es existiert kein Test, den man machen kann und dadurch sicher wäre. Die einzige Möglichkeit ist sich selbst lange und genau zu beobachten, um zu einer Entscheidung zu kommen. Versuch keinen Mittelweg zu finden oder das ganze unnötig zu beschleunigen, trau auch nicht jedem über den Weg, der eine andere Meinung hat. Die Bedeutung deiner Drachenartigkeit entspricht den Anstrengungen und Mühen, die du in sie setzt.

Frage Dich selbst: Sehne ich mich nach Drachenartigkeit weil es richtig ist oder cool? Habe ich wirklich den nötigen Respekt vor der Bedeutung ein Drache zu sein? Könntest du es akzeptieren, dass du kein Drache bist, wenn du einen eindeutigen Beweis gegen deine Drachenartigkeit fändest? Ist Drachenartigkeit die eindeutigste Erklärung unter allen anderen Erklärungen, die du bis jetzt gefunden hast? Ist sie auch die beste Erklärung? Wenn du irgendeine Frage von oben nicht beantworten kannst, irgendeine mit Nein beantwortet hast oder irgendwie weniger als 100% von Deiner Drachenartigkeit überzeugt bist, dann nimm dir noch etwas Zeit um das zu beurteilen.
Es ist wirklich in Ordnung, sich nicht sicher zu sein. Unsere Drachenartigkeit ist ein wundervolles Ziel auf dem Weg der Selbsterkenntnis.

Ziehst Du in Erwägung, dass Drachen Menschen überlegen sind?
Die Antwort muss beim ersten Lesen offensichtlich ausfallen. Könnten wir auf unsere Drachenartigkeit stolz sein, wenn die Antwort nein wäre?
Aber das ist ein sehr oberflächlicher Blick auf diese Streitfrage. Es gibt sehr viele Dinge, in denen Menschen uns überlegen sind und nur weil wir stolz auf unsere drachische Abstammung sind, bedeutet das noch lange nicht, dass wir nicht auch die Schönheit des menschlichen Lebens erkennen können. Wahre Drachen pflegen ihre Identität nicht um damit Menschlichkeit zurückzuweisen. Sie bestehen nur auf ihre Drachenartigkeit, weil es besser zu ihnen passt.

Warum ein Wesen wählen, welches nicht wirklich existiert?
Nur weil die Existenz von Drachen in der physischen Welt nicht bewiesen ist, heißt das noch lange nicht, dass ihnen kein Recht auf Realität zusteht. Betrachte die Vielzahl von Kulturen, westlich und östlich, die Drachen in ihrer Mythologie haben und die wenigen anderen, die sie nicht haben. Wie lässt sich diese Verbreitung von Drachen in der Mythologie erklären? Ist es plausibler zu sagen, eine alte Erinnerung an die Dinosaurier, als Drachen als Realität zu betrachten?
Aber die Frage, ob Drachen letztendlich körperlich real sind, macht am Ende auch keinen Unterschied. Drachen sind mystische Wesen und deswegen reale Wesen für alle, die sich entschlossen haben Mythen anzuerkennen. Diese Annahme ist eine Sache des Schicksals... desselben Schicksals, das jemanden zum Christentum bringt oder zum wissenschaftlichen Skeptiker macht. (Selbst ein Skeptiker benötigt Glauben - Glaube, das alles irgendwie erklärt und verstanden werden kann - ein Schicksal, dass nicht jeder teilt)

Ich würde sehr gerne ein Drache sein, aber nehmt ihr das nicht etwas zu ernst?
Wir lieben es Drachen zu sein. Es bedeutet uns eine Menge, ansonsten würden wir es nicht anerkennen.
Zu ernst nehmen, ist ein voreiliges Urteil und sollte als Frage an die Drachen so gestellt werden: Warum kannst du nicht an etwas glauben, dass ich als real akzeptiere? Die einzig wahre Antwort von uns darauf ist dann wohl: Weil es für mich real ist.

Warum benutzt Du einen Drachennamen anstelle eines menschlichen?
Drachenartigkeit ist eine Frage der Identität und als Drache von anderen anerkannt zu werden ist sehr wichtig dafür. Ein Name ist der direkteste und offensichtlichste Weg dies zu erreichen. Wenn es jemand bevorzugt bei seinem Drachenname gerufen zu werden, kann die Ablehnung dessen so abwertend sein, als ob man den Papst John ruft.
Das ist aber keine Frage um nur sich selbst bestätigen zu lassen und es ist auch keine Abwertung der Menschlichkeit. Viele Drachen finden ihren Drachennamen einfach bedeutungsvoller und besser passend für sich selbst als ihren menschlichen - und man kann ihn frei wählen. Ein Drachenname kann auch eine starke Erinnerung an die Verpflichtung gegenüber der Drachenartigkeit sein oder eine Eigenschaft von sich selbst beschreiben.

Wie sind Drachen im wirklichen Leben?
Drachen kommen aus allen Gesellschaftsschichten wie auch Altersgruppen und sind geographisch weit verteilt. Es ist fast unmöglich einen in einer Menschenmenge spontan ausfindig zu machen. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich immer wieder beobachte, dass die meisten Drachen selbstkritische Individuen sind. Vielen spürten eine gesellschaftliche Trennung mit gleichaltrigen in frühen Jahren, viele sind auf die eine oder andere Art gut gebildet, andere bleiben hinter den Erwartungen zurück. Drachenartigkeit setzt sich quer über beide Geschlechter fort, wobei die Männlichen offensichtlich die Weiblichen an Zahl übertreffen (was wahrheitsgemäß auf fast jede Gruppe im Internet zutrifft). Die Mehrheit der Drachen sind begeisterte Leser - und wie nicht anders zu erwarten begeistern sie sich für Fantasy und Sciene-Fiction Geschichten.

Die Gesellschaftliche Seite der Drachenartigkeit

Wie kann ich ein Drache werden?
Man ist ein Drache oder man ist kein Drache. Einfach zu versuchen einer zu werden, ist wie der Versuch das Geschlecht ohne medizinische Hilfe zu wechseln. Um es klar auszudrücken: man kann nicht "einfach" ein Drache werden.
Wie auch immer. Das soll nicht heißen, dass Drachen immer wissen, wer sie wirklich sind. Sehr wenige werden mit dem Wissen geboren, dass sie Drachen sind. Die Meisten müssen hineinwachsen und es nach und nach entdecken. Drachenartigkeit ist gerade dann berechtigt, wenn es erst später im Leben entdeckt wird. Wahre Drachenartigkeit ist nicht ein "werden", sondern ein "zurückkehren" und echte Drachen kennen diesen Unterschied!

Wie viele Drachen sind dort draußen?
Die Schätzungen unterscheiden sich. Auf jeden Fall sind es mindestens fünfhundert bis eintausend Weltweit (Anmerk. Sturmfeder: diese Zahl dürfte sich in den letzten Jahren deutlich erhöhrt haben). Viele davon beteiligen sich an einer Community, meist aus den Staaten.
Da neue Drachen immer wieder auftauchen, scheint es sinnvoll zu sein diese Zahl als untere Markierung zu nehmen. Was aber viel interessanter ist, wäre, dass bis zu sechshunderttausend Menschen eigentlich Drachen sind aber noch gar nichts davon wissen. Im Gesamtbezug auf die Weltbevölkerung ist das aber rein gar nichts.

Gibt es eine offizielle Drachenorganisation?
Nein. Es gibt keine Gruppe, die den Anspruch hat oder nehmen könnte alle Drachen oder echte Drachen zu repräsentieren. Du kannst ein Drache sein, unabhängig von jeder Organisation und du solltest es auch sein. Es gibt jedoch inzwischen einige Communitys, wo sich Gleichgesinnte treffen und austauschen.

Warum sind so viele Drachen online?
Um es ganz offen zu sagen, das Internet vergrößert die Sichtbarkeit von allen Randgruppen mit nicht tagtäglichen Vorstellungen. Es ist so viel einfacher andere mit ähnlichen Interessen und Vorlieben zu finden und zusammenzukommen. So kommt es, dass alle, die vielleicht niemals andere Drachen gefunden oder gesehen hätten, plötzlich Hunderte andere von ihnen finden - nur online.

Warum verbringen wir soviel Zeit im Internet?
Oft fühlen sich Drachen von allen falsch verstanden und behandelt bis auf jene aus den entsprechenden Communitys. Dieses Gefühl liegt unglücklicherweise in der Realität begründet, da viele Menschen die Drachenartigen schwerlich akzeptieren können oder wollen. Deswegen kann sich eine solche Community und andere Teile des Netzes, die drachenfreundlich sind, auf eine sehr reale Art sich wie ein Zuhause anfühlen.
Wenn du ein Freund oder Bekannter von einem Drachen bist und befürchtest, er könnte zuviel Zeit im Internet verbringen, versuch erst einmal Interesse, Toleranz und Verständnis für seine Drachenartigkeit aufzubringen. Je mehr sie sich verstanden und gemocht fühlen, desto weniger werden sie im Internet sein. Den Netzzugang aber komplett abzustellen, kann auch gefährlich sein, wenn erst einmal Freundschaften und Gefühle dort verflochten sind. Ein Drache ist in diesen Dingen sehr real und kann dadurch deine Arbeit leicht zunichte machen. Es wäre schon gut Interesse an dem zu zeigen, was sie online tun um dann zu wissen, wie ihre Zeit dort aussieht. Mit etwas Zeit und Unterstützung kann so ein zufriedenes Wesen erreicht werden.

Wie unterscheidet man zwischen echten Drachen und solchen die es nur von sich behaupten?
Die Frage der Aufrichtigkeit begrenzt sich auf etwas sehr ernstes. Wer sich verstellt und angibt ein Drache zu sein, hat nicht die Anlage in der eigenen Persönlichkeit wie die echten Drachen. Allein das Durchhaltevermögen ist ein häufiges Anzeichen.
Natürlich ist es einfach zu sagen, welche Drachen Schwindler sind wenn man erst einmal weiß, wie echte Drachen sind. Eine Weile in einer solchen Community herumzuhängen und ein paar Bekanntschaften zu schließen kann fast unbezahlbar für die eigenen Richtlinien der Drachenentwicklung sein.


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